So viele von 10 579 Beratertexten sprechen über KI in der eigenen Arbeit.
Und bei sich selbst?
Berater verkaufen Zukunft. Sie sagen Vorständen, was kommt, wie schnell, und was man jetzt tun muss. Dafür schreiben sie. McKinsey, BCG, Bain, Deloitte, PwC, EY, KPMG, Accenture, Capgemini, Roland Berger und viele andere veröffentlichen jede Woche Studien, Ausblicke und Artikel.
Ich wollte wissen, was in diesen Texten steht. Nicht in einem, sondern in allen. Also habe ich sie gesammelt: 41 594 Texte aus 28 Häusern, von 2019 bis Oktober 2026, aus den öffentlichen Seiten und dem Webarchiv. Gezählt habe ich ohne Sprachmodell, mit festen Wortlisten. Wo ich ein Modell gebraucht habe, um Zitate herauszuziehen, habe ich jedes Zitat gegen den Originaltext geprüft.
Das Ergebnis ist kein Skandal. Es ist ein Muster. Und es sagt mehr über die Zukunft der Beratung als jede Studie der Beratungen selbst.

Fast jeder zweite Text handelt von KI.
Worüber sie schreiben
Die erste Zahl ist die einfachste. 2022 handelten 15 Prozent der Texte von KI. 2026 sind es 48 Prozent. Kein anderes Thema ist in so kurzer Zeit so groß geworden.
Platz gemacht haben die anderen. Nachhaltigkeit fiel von 26 auf 12 Prozent, die Pandemie von 22 auf 2. Logistik, Energie, Handel, Automobil: alle kleiner. Die Häuser werden einander thematisch ähnlicher.
KI 48 %
Regulierung 22 %
Digitalisierung 18 %
Nachhaltigkeit 12 %
Logistik 7 %
Pandemie 2 %
48 %
der Texte handeln 2026 von KI
2022 waren es 15 Prozent
3
Texte sprechen über KI in der eigenen Arbeit
von 10 579 durchsuchten
Zum Vergleich: In der EU setzte 2025 jedes fünfte Unternehmen ab zehn Beschäftigten KI ein, in Deutschland laut Eurostat gut jedes vierte. Die Texte laufen der Wirklichkeit also voraus, etwa um das Anderthalb- bis Zweifache. Das ist ihr Job. Berater schreiben über das, was sie verkaufen wollen, nicht über das, was schon da ist.
Interessant ist, wann sie ein Thema fallen lassen. Nachhaltigkeit lag vier Jahre lang stabil bei gut 20 Prozent. Dann fiel sie, genau im Quartal, in dem die EU ihre Berichtspflichten verschob. Geopolitik hatte ihren Höchststand nicht beim Krieg in der Ukraine, sondern bei den US-Zöllen. Und bei Inflation und Gaspreis reagieren die Texte, statt vorauszusehen: Inflation läuft zeitgleich mit, Gas zwei Quartale hinterher.
Die Themen folgen also nicht der Welt. Sie folgen dem, wofür Kunden gerade ein Budget haben.
Jede Welle bekommt einen Namen
Innerhalb der KI wechseln die Wörter. Erst kam das Metaverse, Anfang 2023 in gut acht Prozent der Texte, heute fast verschwunden. Dann ChatGPT. Dann „generative“, Ende 2024 in einem Viertel aller Texte. Jetzt heißt die Welle „agentic“.
Agentic steht bei 22 Prozent und ist noch nicht über die Spitze. Accenture hatte das Wort Ende 2024 als Erstes. Capgemini, Deloitte und McKinsey folgten ein Quartal später. Roland Berger kam fast zwei Jahre danach.
Jede Welle verspricht dasselbe, nur größer. Und jede braucht neue Berater, die erklären, was der neue Name bedeutet.

Über sich selbst reden sie lieber auf der Bühne.
Was sie bei sich selbst tun
Jetzt die Gegenprobe. Ich habe alle Texte gesucht, in denen die Häuser über ihre eigene Branche und KI zugleich schreiben. Es sind 50 von 10 579. Ich habe alle gelesen.
Die meisten sind Autorenkästen, Auszeichnungen und Werbeblöcke. In einigen raten die Häuser ihren Kunden, sich Berater zu holen. Nur drei Texte sprechen darüber, wie KI die eigene Arbeit verändert. Keiner stellt das eigene Geschäftsmodell infrage. Einer davon, von Bain im August 2026, sagt: KI ersetze keine Berater, man stelle sogar mehr ein.
Außerhalb der Fachartikel klingt es anders. In Interviews, Pressegesprächen und Quartalszahlen erzählen die Häuser von ihrem Umbau ganz offen:
- McKinsey hat nach Angaben von Konzernchef Bob Sternfels rund 40 000 Menschen und 25 000 KI-Agenten. Kundennahe Rollen wuchsen laut Berichten über seinen Auftritt um ein Viertel, die anderen schrumpften um etwa ein Viertel. Ungefähr ein Viertel der Honorare rechnet McKinsey nach Aussage seines britischen Chefs inzwischen nach Ergebnis ab, nicht nach Zeit.
- Accenture hatte im Sommer 2025 in drei Monaten rund 12 000 Beschäftigte weniger, von 791 000 auf 779 000. Das Umbauprogramm kostete bis Ende 2025 rund 920 Millionen Dollar, überwiegend Abfindungen. Konzernchefin Julie Sweet sagte, man trenne sich von Leuten, bei denen Umschulung „kein gangbarer Weg“ sei. Ein Jahr später hat Accenture wieder rund 814 000 Beschäftigte, davon 110 000 KI- und Datenfachleute.
- Die Big Four in Großbritannien haben ihre Einstiegsstellen von 2023 auf 2024 gekürzt: KPMG um 29 Prozent, Deloitte um 18, EY um 11, PwC um 6. Deloitte Deutschland stellte 2024/25 rund 1 500 Berufseinsteiger ein, zwei Jahre zuvor waren es rund 2 000.
- Deloitte Australien zahlte einen Teil eines Regierungsauftrags über rund 440 000 australische Dollar zurück. Im Bericht standen erfundene Zitate und Quellen. Die überarbeitete Fassung nennt Azure OpenAI als Werkzeug.
Das alles ist öffentlich. Es steht nur nicht dort, wo die Häuser ihre Kunden über die Zukunft der Arbeit beraten.
Das ist kein Vorwurf, dass sie den Wandel verschlafen. Sie verschlafen ihn nicht. Der Befund ist ein anderer: Was sie Kunden als Pflicht predigen, verhandeln sie für sich selbst im Pressegespräch.

Unten in der Pyramide werden die Stühle weniger.
Unten wird es schmal
Einstiegsstellen der Big Four in Großbritannien, 2023 gegen 2024. Jeder Kreis steht für zwei Prozent des Jahrgangs 2023. Die leeren Plätze gibt es nicht mehr.
KPMG
−29 %
Deloitte
−18 %
EY
−11 %
PwC
−6 %
40.000
Menschen bei McKinsey
dazu 25 000 KI-Agenten, laut Konzernchef Bob Sternfels im Januar 2026
12.000
weniger bei Accenture in einem Quartal
von 791 000 auf 779 000, Sommer 2025. Ein Jahr später wieder 814 000, davon 110 000 KI- und Datenfachleute
Was der Markt sagt
In Deutschland erhebt der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater jedes Frühjahr, was seine Mitglieder für das laufende Jahr erwarten. Ein Jahr später kommt das Ergebnis. Man kann beides nebeneinanderlegen.
Für 2024 erwarteten die Beratungen ein Plus von 9,8 Prozent. Gekommen sind 4,3. Für 2025 erwarteten sie 6,4 Prozent. Gekommen sind 0,5. Nach Inflation ist der Markt 2025 also geschrumpft, real um rund 1,7 Prozent. Für 2026 erwarten sie wieder 4,5 Prozent.
2024
erwartet +9,8 %
gekommen +4,3 %
2025
erwartet +6,4 %
gekommen +0,5 %
2026
erwartet +4,5 %
offen bis März 2027
49,0
Mrd. € Umsatz der Beratungen in Deutschland 2025
nominal +0,5 Prozent, nach Inflation rund −1,7 Prozent
+18,8 %
Wachstum der KI-Beratung 2025
für 2026 erwartet der BDU +22 Prozent
Die Experten für Nachfrage- und Personalplanung haben sich bei der eigenen verschätzt. Viele Häuser haben 2021 und 2022 kräftig eingestellt und danach wieder abgebaut, McKinsey etwa von über 45 000 auf rund 40 000 Menschen.
Was wächst, ist Technik. Die KI-Beratung legte 2025 um 18,8 Prozent zu, für 2026 erwartet der BDU 22 Prozent. IT-Beratung wuchs nominal um 2,8 Prozent, Organisations- und Prozessberatung schrumpfte. Weltweit schätzt Source Global Research die Ausgaben für Technologieberatung 2026 auf über 400 Milliarden Dollar, mit sieben bis acht Prozent Wachstum.
Auch weltweit wird es langsamer. Die 20 größten Beratungen wuchsen 2025 laut Lünendonk nur noch um 3,0 Prozent, ein Jahr zuvor um 7,3. Bei Deloitte, PwC, EY und KPMG wuchs die Beratung zuletzt jeweils langsamer als das übrige Geschäft. Accenture verlor an der Börse binnen zwölf Monaten mehr als die Hälfte seines Werts, Capgemini fast 40 Prozent.
Kunden kürzen also nicht die Beratung insgesamt. Sie kürzen den Teil, der wie Arbeitskraft auf Zeit funktioniert: Analysten, die Folien bauen, Daten sammeln, Protokolle schreiben. Und sie kaufen mehr von dem, was sie selbst nicht können. Das ist eine Verschiebung, kein Auszug. Die BDU-Präsidentin Iris Grewe sagt es so: Für viele Beratungen werde sich in den nächsten Jahren entscheiden, „ob sie Transformationsagent oder -opfer sein werden“.
Wen sie jetzt einstellen
Wer genau hinsieht, sieht keinen Einstellungsstopp. Er sieht einen Austausch.
BCG ist auf 33 500 Beschäftigte gewachsen und nennt ausdrücklich, wen es geholt hat: KI-Ingenieure, Data Scientists, IT-Architekten, Branchenspezialisten. Knapp 4 000 Leute bauen dort KI-Abläufe. Mehr als 40 Prozent des Umsatzes kommen nach BCGs Abgrenzung aus KI und Technik. Bei Accenture hat das Geschäft mit dem Betrieb von Systemen im Geschäftsjahr 2026 erstmals die klassische Beratung überholt.
In Deutschland sank die Zahl der Stellenanzeigen in der Beratung im dritten Quartal 2025 um fast zehn Prozent. Anzeigen mit KI-Bezug stiegen im selben Zeitraum um fast 50 Prozent. In den USA gab es in den ersten neun Monaten 2026 über 7 300 Anzeigen für „Forward Deployed Engineers“, Entwickler, die beim Kunden sitzen und KI dort einbauen. 2023 waren es keine 200.
Gesucht wird also nicht weniger. Gesucht wird jemand anderes. Der Absolvent mit gutem Abschluss und viel Fleiß, der drei Jahre lang Folien baut, ist nicht mehr der Normalfall.
Die neue Konkurrenz
Und dann kommen die, deren Produkt die Berater verkaufen.
OpenAI bietet Unternehmen eigene Entwicklerteams an, die beim Kunden einziehen. Im Mai 2026 gründete OpenAI dafür eine eigene Firma mit über vier Milliarden Dollar Startkapital. Unter den Geldgebern: McKinsey und Capgemini. Anthropic, das Unternehmen hinter Claude, hat mit Blackstone, Hellman & Friedman und Goldman Sachs ein KI-Dienstleistungsunternehmen für mittelgroße Firmen gegründet, mit rund 1,5 Milliarden Dollar Kapitalzusagen. Mit dem Finanzinvestor Hg plant es eine Beratung mit Standorten in London und Berlin.
Die Beratungen sind dabei Partner und Konkurrenten zugleich. Accenture, BCG, Capgemini und McKinsey rollen OpenAIs Agentenplattform bei Kunden aus. Deloitte gibt Claude an 470 000 Beschäftigte, KPMG an 276 000.
Wie schnell sich das auf die Preise auswirkt, zeigt ein kleiner Fall. KPMG International drückte das Honorar seines eigenen Abschlussprüfers um rund 14 Prozent. Begründung: KI.

Restrukturierung bringt Umsatz. Geschrieben wird darüber kaum.
Womit verdient wird
Ein Detail fällt auf. Restrukturierung gilt in der Branche als Wachstumstreiber. Der BDU meldet für Sanierungsberatung ein Plus von 10,9 Prozent. Verteidigung nennt er als neue Umsatzquelle. In den Texten der Häuser kommt Restrukturierung in 2,1 Prozent vor, Verteidigung ebenfalls in 2,1 Prozent.
Auch das ist kein Geheimnis. Es ist nur eine andere Reihenfolge. Geschrieben wird über das, was man verkaufen möchte. Verdient wird auch mit dem, worüber man nicht gern schreibt.
Zahlen, die man sich aussucht
Jetzt wird es genauer. Wer die Texte nach Zahlen durchsucht, findet scheinbar wilde Widersprüche. Wie viele Unternehmen holen echten Wert aus KI? BCG schreibt 2026: sechs Prozent. KPMG schreibt im selben Jahr: 76 Prozent.
Ich habe beide Zahlen in ihren Absätzen nachgelesen. Sie widersprechen sich nicht. Sie messen Stufen. BCG zählt nur Firmen mit nachweisbar mehr Umsatz oder weniger Kosten. KPMG fragt Führungskräfte, ob sie einen Wert „sehen“. Auf gleicher Stufe liegen beide Häuser nah beieinander, etwa um den Faktor anderthalb.
Bei KI-Agenten ist es dasselbe, nur steiler.
Wie viele Unternehmen haben KI-Agenten im Einsatz?
- Capgemini unternehmensweit im großen Maßstab2 %
- Bain voll autonom in Produktion7 %
- Deloitte in Produktion11 %
- Capgemini teilweise oder voll skaliert14 %
- McKinsey skalieren in mindestens einer Funktion23 %
- KPMG setzen ein und erweitern32 %
- BCG „in Produktion“, ein Jahr zuvor noch „erkunden“35 %
17×
Faktor zwischen kleinster und größter Antwort
gleiche Frage, gleiches Halbjahr, sieben Schwellen
Die Zahl hängt an der Schwelle. Und welche Schwelle ein Haus zitiert, ist die Botschaft. BCG zitiert 2026 fast immer die Spitze: Kaum jemand holt Wert heraus, ihr braucht einen Umbau. KPMG zitiert die breite Stufe: Die Mehrheit sieht schon Nutzen, macht weiter.
Manchmal wandert die Schwelle innerhalb eines Hauses. BCG meldete im November 2025, 35 Prozent der Unternehmen „erkunden“ agentische KI. Im Dezember waren es 35 Prozent, die sie „nutzen“. Im September 2026 hatten 35 Prozent sie „in Produktion“. Dieselbe Zahl aus derselben Studie, dreimal anders gelesen.
McKinsey senkt die eigene Latte. Als „AI high performer“ galt 2022 und 2023, wer mindestens 20 Prozent seines operativen Gewinns KI zuschreibt. 2025 reichen fünf Prozent. Wer heute als Vorreiter zählt, hätte vor drei Jahren nicht dazugehört.
Still korrigiert
Texte im Netz lassen sich ändern. Also habe ich für 1 141 Artikel mit geprüfter Zahl den ältesten Stand im Webarchiv gegen den heutigen gelegt.
Die meisten Änderungen sind harmlos, Tippfehler und Fußnoten. Einige nicht. McKinseys bekannte Studie zum wirtschaftlichen Potenzial generativer KI von 2023 nannte für die Produktivität ursprünglich 0,2 bis 3,3 Prozentpunkte pro Jahr. Heute stehen dort 0,5 bis 3,4, unter demselben Veröffentlichungsdatum. Einen Hinweis auf die Korrektur habe ich im Text nicht gefunden.
Bei Deloitte stand drei Wochen lang eine Zahl online, die um den Faktor 500 falsch war: 1,1 Milliarden Arbeitsstunden pro Jahr wurden zu über 11 Milliarden pro Woche. Capgemini und Accenture strichen Prognosen ersatzlos. In keinem Fall steht ein Korrekturvermerk.
Und manche Texte werden jünger. Bei Accenture tragen 37 von 106 geprüften Artikeln ein Seitendatum, das später liegt als ihr erster Stand im Archiv. Bei BCG ist es kein einziger.

Die Berater klingen wie ihr Produkt.
Die Berater klingen wie ihr Produkt
Das letzte Muster habe ich nicht gesucht. Es ist mir beim Zählen aufgefallen.
Seit Frühjahr 2026 steigen bestimmte Wörter gleichzeitig in fast allen Themenfeldern. „Judgment“, „constraint“, „layer“, „durable“, „rarely“, „treated as“. Vorher standen sie in etwa einem Prozent der Texte. Jetzt in fünf bis 16 Prozent, im Bankenfeld genauso wie in der Geopolitik.
layer
1 % → 16 % in Banken
durable
1 % → 11 % in Energie
judgment
1 % → 10 % in Arbeit
constraint
0 % → 10 % in Geopolitik
rarely
0 % → 9 % in Versicherung
treated
1 % → 9 % in Geopolitik
Diese Wörter verbindet kein Thema. Sie verbindet ein Ton. Es ist der Ton, den man von Texten kennt, die mit Sprachmodellen geschrieben oder überarbeitet wurden. Beweisen kann ich das nicht. Ein Wort verrät nicht, wer es getippt hat.
Aber es passt ins Bild. Die Häuser, die ihren Kunden KI verkaufen, schreiben zunehmend mit ihr. Nur sagen sie es nicht.
Quo vadis
Wohin also geht die Beratung? Die Daten zeigen keinen Untergang. Sie zeigen drei Bewegungen.
Unten wird es dünn. Die Arbeit, mit der junge Berater früher ihr Handwerk gelernt haben, machen zunehmend Agenten: Recherche, Folien, Datenpflege. Die Pyramide verliert ihre Basis. Wer heute Einsteiger ist, bekommt weniger Plätze und weniger Übungsstunden.
Bezahlt wird anders. Wer nach Stunden abrechnet, verliert, wenn eine Maschine die Stunden spart. Darum rechnen die Großen zunehmend nach Ergebnis ab. Das klingt fair. Es verschiebt aber das Risiko. Und es belohnt Aufträge, deren Ergebnis sich leicht messen lässt, etwa Kosten senken und Stellen streichen.
Oben bleibt, wofür man einen Menschen braucht. Die Unterschrift unter einer Empfehlung. Das Gespräch mit einem Vorstand, der eine schwere Entscheidung treffen muss. Die Verantwortung, wenn es schiefgeht. Das lässt sich nicht an Agenten abgeben. Und genau dafür wurden Berater schon immer auch geholt: als jemand, der mit dem eigenen Namen dafür einsteht.
Die Frage ist, ob die Branche das noch kann, wenn unten niemand mehr lernt, wie man dorthin kommt.
Eine Bitte habe ich trotzdem. Die Häuser schreiben jede Woche, wie andere Branchen sich durch KI verändern müssen. Ich würde gern einmal einen Text lesen, in dem sie das über sich selbst schreiben. Mit Zahlen, mit Stufe und Schwelle, mit Korrekturvermerk.
Wie ich gezählt habe
Der Korpus umfasst 41 594 Texte aus 28 Beratungen, 37 764 davon mit Datum, über 31 Quartale bis Oktober 2026. Geladen wurde aus öffentlichen Sitemaps und aus dem Webarchiv. McKinsey, PwC und einige andere sperren direkte Abrufe. Dort habe ich die Sperre nicht umgangen, sondern den letzten Archivstand genommen. Ab Juli 2026 ist das Archiv dünn, für das laufende Halbjahr sind die Zahlen deshalb weniger belastbar.
Themen zähle ich über feste Wortfamilien, ohne Sprachmodell. Jedes Haus wird gleich gewichtet: erst der Anteil je Haus und Quartal, dann das Mittel über alle Häuser mit mindestens zehn Texten. Textbausteine wie Autorenkästen und Werbeblöcke habe ich vorher entfernt. Ein Text kann mehrere Themen haben.
Für die Zahlen und Zitate hat ein Sprachmodell Kandidaten herausgezogen. Verwendet habe ich nur Zitate, die wörtlich im Text stehen, mit Zahl im Satz und eigener Aussage des Hauses. Die Vergleiche zu Wert aus KI und Agenten habe ich von Hand nachgelesen, Absatz für Absatz. Zahlen stehen nur nebeneinander, wenn Frage, Gruppe und Jahr gleich sind. Sonst zeige ich sie als Stufenleiter, mit dem Wortlaut der Schwelle.
Nachträgliche Änderungen: Für 1 141 Artikel habe ich den ältesten Archivstand mit Status 200 gegen den heutigen Text gelegt, Absätze abgeglichen und Zahlen in sonst gleichen Absätzen verglichen. Alle 50 Fälle mit geänderter Zahl habe ich von Hand gelesen, etwa 35 davon waren Lärm. Der Zeitpunkt jeder Änderung ist über die Archivstände eingegrenzt.
Die Zahlen zu McKinsey, Accenture und den Big Four stammen aus Pressegesprächen, Ergebnisberichten und Medienberichten, nicht aus meiner Zählung. Die 40 000 Beschäftigten bei McKinsey sind eine gerundete Angabe des Konzernchefs. Die 12 000 bei Accenture sind der Rückgang der Belegschaft in einem Quartal, keine offizielle Zahl von Kündigungen. Die britischen Einstiegszahlen gehen auf eine Primärquelle zurück, den Telegraph; spätere Berichte nennen für Deloitte und PwC leicht andere Werte. Die Angaben zu Ergebnishonoraren und Rollen bei McKinsey stammen aus Medienberichten über Pressegespräche, nicht von McKinsey selbst. Marktzahlen Deutschland: BDU Facts & Figures, Inflation: Destatis. Weltmarkt: Lünendonk-Ranking 2026, Geschäftsberichte der Häuser. Stellenanzeigen: Index Research nach WirtschaftsWoche, Lightcast nach CNBC.
Text und Auswertung: Jonas Höttler. Grundlage sind 41 594 öffentlich zugängliche Texte von 28 Beratungen, Stand Oktober 2026. Das Titelbild und die Kapitelbilder sind Konzeptbilder, KI-generiert mit Bria.

