Über digitale Souveränität wird meist in großen Worten gesprochen: Autonomie, Unabhängigkeit, strategische Handlungsfähigkeit. Die nüchternere Frage ist kleiner und härter: Wer kann noch gehen?
Souveränität beginnt nicht beim eigenen Rechenzentrum, sondern bei den Wechselkosten. Wie lange dauert es, Daten in einem offenen Format zu exportieren? Welche Teile eines Systems hängen an proprietären Schnittstellen? Wer kennt die Konfiguration noch, wenn der Vertrag endet?
Unabhängigkeit, die man nie testet, ist eine Behauptung.
Für Organisationen folgt daraus eine einfache Übung: den Ausstieg planen, bevor man ihn braucht. Nicht als Misstrauenserklärung gegenüber einem Anbieter, sondern als Bedingung dafür, mit ihm auf Augenhöhe zu verhandeln.

